„Mein Leben in Farbe“

Über das bunte Leben von Anya J. Sander

 

Anya Sander´s Leben war und ist genau so farbig und abwechslungsreich wie ihre Bilder.

 

Sie wurde 1946 in Meran geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Deutschland. Dabei begann sie schon als 15-jährige, sich künstlerisch zu betätigen; zunächst jedoch nicht als Malerin, sondern sie schrieb, sie malte Bilder mit Worten. Jahrelang schrieb sie täglich mindestens eine Seite - Lyrik und Prosa. Einiges davon wurde veröffentlicht.

 

Nach ihrem Abitur und einem kuzen Zwischenaufenthalt als Au-Pair-Mädchen in Frankreich gelangte sie nach Grossbritanien, wobei sie in London und Wales die Lehre Maria Montessori´s und Werbepsychologie studierte.

 

Nach Abschluss dieser beiden Studiengänge lebte sie einige Jahre in den USA, arbeitete dort in einer privaten Vorschule und für das US-amerikanische Fernsehen in der Serie „Sesamstrasse“.

 

1969 war sie live in Woodstock dabei.

 

In den 70er Jahren schlossen sich ausgedehnte Auslangsreisen, z.B. nach Gran Canaria und Nordafrika an. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie in dieser Zeit mit verschiedenen interessanten Jobs.

 

Schließlich kehrte sich nach Deutschland zurück, heiratete und bekam 1980 ihren einzigen Sohn, der - wie sie erzählt - in Heidelberg unter einem gigantischen Regenbogen geboren wurde.

 

Die Ehe scheiterte wenig später, und Anya Sander zog mit dem 3jährigen für sieben Jahre nach Portugal, wo sie - weit abseits vom Touristenrummel - eine Selbstversorgerfarm betrieb und daneben eine Chronik über das Tal, in dem sie lebten, verfasste.

 

1990 kehrte sie erneut nach Deutschland zurück und wurde in HD-Handschuhsheim ansässig. Sie arbeitete als freischaffende Texterin und zwar einige Jahre lang als herausgebende Redakteurin einer kulturell orientierten Stadtteilzeitung.

 

In dieser Zeit begann sie - als Resultat einer erfolgreichen Heil-Hypnose -, in jeder freien Minute zu malen. Seitdem malt sie über ihr Leben und alles, was sie beschäftigt. Die Inspirationen für ihre Bilder - meist malt sie diese serienweise - findet sie in ihrer Umwelt oder in Gemälden anderer Künstler. So können Sie in ihren Bildern nicht nur Motive aus Heidelberg entdecken, sondern auch Motive aus bekannten Gemälden, die sie jedoch nicht einfach abmalt, sondern auf ihre eigene Art interpretiert.

 

Es ist nachvollziehbar, dass sie zu den Bildern mit beispielsweise den Teddybären, den sogenannten „Fabelcolori“ und naiv gemalten Geschichten durch ihre Enkelkinder angeregt wurde. Andere - sogenannte Tagebücher - Bilder enthalten mehr oder weniger lange Texte, die bewusst in Spiegelschrift geschrieben. Man soll sie nicht unbedingt lesen. Manche dieser Texte verraten etwas über die Künstlerin, andere drücken ganz banale, autobiografische Gedanken aus wie etwa „ich habe heute keine Lust zu kochen“.

 

Anya Sander´s Bilder erzählen Geschichten, regen zu eigenen Gedanken an und werden dadurch nie langweilig. Man entdeckt immer wieder neue Details.

 

Ihre meist in kräftigen, aber nicht in schrillen Farben gemalten Bilder wurden auf zahllosen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen gezeigt, nicht nur in Heidelberg, sondern auch in Berlin, Hamburg, Köln, Freiburg und anderen Städten, ja sogar im Ausland.

 

Einige Jahre lang organisierte sie Künstlergruppen, die in Gemeinschafts-Ausstellungen weltweit für Organspenden - insbesondere für Organspenden für todkranke Kinder - warben.

 

Heute lebt Anya Sander in einer engen Mansardenwohnung unter dem Dach eines älteren mehrgeschossigen Mietshauses in HD-Handschuhsheim unweit der Tiefburg, die in einigen ihrer Bilder zu erkennen ist. Ihr sogenanntes „Atelier“ ist ein Raum, der früher als Trockenboden für die Wäsche der Hausbewohner genutzt wurde. Unwillkürlich denkt man an „la Bohème“, an die großen Males des ausgehenden 19ten Jahrhunderts, die in Paris wahrscheinlich ähnlich lebten.

 

Da das Dach des Ateliers nicht isoliert ist, ist der Raum oft zu heiß oder zu kalt, um darin zu arbeiten. Dann malt Anya Sander in dem schmalen Flur ihrer Wohnung. Dort oder im Atelier malt sie auch gelegentlich mit Malschülern, die bei ihr Einzelunterricht nehmen können. Ab und zu schließen sich auch Menschen zu kleinen Gruppen zusammen und besichtigen ihr Atelier und die vielen Bilder, die sie gerne zeigt - bei Interesse können dafür Terminabsprachen getroffen werden.

 

Wenn Sie Interesse an einem von Anya Sander´s Bildern haben und es gerne kaufen möchten, sollten Sie nicht zu lange zögern, sonst geht es Ihnen wie jenem Herren, der sich endlich entschlossen hatte ein Bild zu kaufen, mit dem er schon lange geliebäugelt hatte: Da Anya Sander - wie viele Künstler - oft einem inneren Drang folgend malen muss, aber nicht immer leere Leinwände hat, übermalt sie gelegentlich fertige Bilder. So war auch aus dem Lieblingsbild jenes Kunden wenige Tage zuvor ein völlig anderes entstanden, nämlich das Bild „Bussi Cats“, das Sie in dieser Ausstellung sehen können.

 

Abschließend möchte ich Ihnen viel Freude beim Betrachten der Bilder wünschen; und Anya Sander wünsche ich, dass sie in der nächsten Zeit viele Bilder verkauft und sich endlich ihren lang gereiften Wunschtraum erfüllen kann, nämlich nach New York zu fliegen, um dort das Museum of Modern Art und die Guggenheim-Sammlung zu besuchen.

 

aus der Laudatio von © mikela-ehrlich@gmx.de, Heidelberg

anlässlich der Vernissage von Anya Sander´s Ausstellung im St. Josefshaus,

Heidelberg, 1.7.2011

 

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